Landauf,
landab gibt es Gruppen und Vereine, die sich dem Mundart-Theater verschrieben
haben. In diesem Genre ist auch das Schwäbische Tournee-Theater aus Allmersbach
seit Jahren tätig. Mit der Boulevard-Komödie „Geld stinkt net“ gastierte das
Ensemble zum Start der neuen TKK-Reihe im Eislinger Schlosstheater.
Alois Eichhorn
Eislingen / „Geld stinkt net“ heißt auf gut schwäbisch die von
Susanne Heydenreich inszenierte Bearbeitung eines Theaterstücks des englischen
Erfolgs-autors Michael Cooney. Die deutsche Version mit dem Titel „Und ewig
rauschen die Gelder“ hat Klaus Ellmer ins Schwäbische übersetzt und seinen zehn
Komödianten auf den Leib geschrieben. Und das alle Spieler einen Riesenspaß bei
der Aufführung des Stückes hatten, das wurde im Lauf des flotten Verwechslungs-
und Versteckspiels deutlich.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht
Erwin Eisele, der seit drei Jahren ohne Arbeit ist. Der wöchentliche Scheck vom
Sozialamt für seinen ausge-wanderten früheren Untermieter ist seine finanzielle
Rettung und der Anfang seiner Karriere als Virtuose auf der Klaviatur großzügig
in Anspruch genommener Sozial-leistungen. Während seine Frau noch glaubt, er
würde jeden Morgen wie sie zur Arbeit gehen, löst Erwin eine Lawine staatlicher
Hilfsbereitschaft aus.
Als eines Tages ein Prüfer des Sozialamtes vor der Tür steht, beginnt ein aberwitzig verwechs-lungs- und verwand-lungsreiches Spiel mit Untermieter, Onkel, Großmutter, Kranken, vermeintlich Toten und Wiederauferstandenen. Das Knäuel an Missverständnissen, Lügen und Verwirrun-gen gerät zu einem deftigen Spektakel.
Auf der Bühne ging´s denn auch
drunter und drüber, so dass den Zuschauern kaum Zeit zu erholsamem
Ver-schnaufen blieb. Es gab Lachsalven bis zum bitteren Ende des Schwindlers
Erwin Eisele, der deutlich mehr Angst vor seiner Ehegattin als vor der
Bestrafung durch das Gesetz hatte.
Der englische Humor verlor durch die
Adaption ins Schwä-bische weder an Zynismus noch Biss, Er lies durch die
Steigerung im Dialekt und Spielwitz die Besucher so rechte aus vollem Herzen
lachen. Man amüsiert sich über das Missgeschick anderer dann beson-ders gerne
und unbeschwert, wenn man weiß, dass es ja „nur Theater“ ist. Noch ein
positiver Aspekt des Abends: Das Eislinger Schlosstheater war wieder einmal
ausver-kauft.