NWZ Göppingen vom 15. Februar 2003-03-23

 

Theater / „Und ewig rauschen die Gelder“ in Eislingen

 

Virtuose auf der Klaviatur staatlicher Hilfsbereitschaft

 

Landauf, landab gibt es Gruppen und Vereine, die sich dem Mundart-Theater verschrieben haben. In diesem Genre ist auch das Schwäbische Tournee-Theater aus Allmersbach seit Jahren tätig. Mit der Boulevard-Komödie „Geld stinkt net“ gastierte das Ensemble zum Start der neuen TKK-Reihe im Eislinger Schlosstheater.

 

Alois Eichhorn

 


Eislingen / „Geld stinkt net“ heißt auf gut schwäbisch die von Susanne Heydenreich inszenierte Bearbeitung eines Theaterstücks des englischen Erfolgs-autors Michael Cooney. Die deutsche Version mit dem Titel „Und ewig rauschen die Gelder“ hat Klaus Ellmer ins Schwäbische übersetzt und seinen zehn Komödianten auf den Leib geschrieben. Und das alle Spieler einen Riesenspaß bei der Aufführung des Stückes hatten, das wurde im Lauf des flotten Verwechslungs- und Versteckspiels deutlich.

 

            Im Mittelpunkt der Geschichte steht Erwin Eisele, der seit drei Jahren ohne Arbeit ist. Der wöchentliche Scheck vom Sozialamt für seinen ausge-wanderten früheren Untermieter ist seine finanzielle Rettung und der Anfang seiner Karriere als Virtuose auf der Klaviatur großzügig in Anspruch genommener Sozial-leistungen. Während seine Frau noch glaubt, er würde jeden Morgen wie sie zur Arbeit gehen, löst Erwin eine Lawine staatlicher Hilfsbereitschaft aus.

 

            Als eines Tages ein Prüfer des Sozialamtes vor der Tür steht, beginnt ein aberwitzig verwechs-lungs- und verwand-lungsreiches Spiel mit Untermieter, Onkel, Großmutter, Kranken, vermeintlich Toten und Wiederauferstandenen. Das Knäuel an Missverständnissen, Lügen und Verwirrun-gen gerät zu einem deftigen Spektakel.

 

            Auf der Bühne ging´s denn auch drunter und drüber, so dass den Zuschauern kaum Zeit zu erholsamem Ver-schnaufen blieb. Es gab Lachsalven bis zum bitteren Ende des Schwindlers Erwin Eisele, der deutlich mehr Angst vor seiner Ehegattin als vor der Bestrafung durch das Gesetz hatte.

 

            Der englische Humor verlor durch die Adaption ins Schwä-bische weder an Zynismus noch Biss, Er lies durch die Steigerung im Dialekt und Spielwitz die Besucher so rechte aus vollem Herzen lachen. Man amüsiert sich über das Missgeschick anderer dann beson-ders gerne und unbeschwert, wenn man weiß, dass es ja „nur Theater“ ist. Noch ein positiver Aspekt des Abends: Das Eislinger Schlosstheater war wieder einmal ausver-kauft.